Hier findest du Geschichten von unserem Schreib-Treff. Wir nennen den Treff „Co-Cooking“ – auf Deutsch: gemeinsames Kochen.
Am 27. Januar 2026 war das Thema: „Tiere und Fabeln“.
Welches Tier bist du?
Die Aufgabe war:
Beschreibe:
Welches Tier bist du heute?
Und wie ist dieses Tier?
Inga Schiffler
Ich bin das Huhn.
Man sagt:
Ich bin hektisch.
Aber das stimmt nicht.
Es gibt ganz einfach viel zu tun.
Ich muss noch so viele Körner picken.
Der ganze Hof ist voll.
Da darf man nicht mit warten.
Das ist wichtig im Leben.
Sonst fehlt die Kraft zum Brüten.
Meine Eier brauchen mich.
Ich habe große Angst vorm Habicht.
Denn der Habicht will mich fressen.
Dieser große Raubvogel.
Mit seinen scharfen Krallen.
Letzten Sommer hat der Habicht meine liebe Freundin Eli erwischt.
Seitdem habe ich Angst.
Eli hat ganz friedlich Körner gepickt.
Plötzlich ist der Habicht vom Himmel gestürzt.
Aus dem Nichts.
Seine Krallen haben sich in Eli gebohrt.
Ich habe das Knacken ihrer Knochen gehört.
Sie ist langsam gestorben.
Es war so schrecklich.
Ich wollte wegschauen.
Aber ich konnte nicht.
Der Habicht hat gewartet.
Mit viel Geduld.
Er hat uns andere Hühner angestarrt.
Mit seinen kalten Augen.
Bis Eli endlich tot war.
Ich kann das nicht vergessen.
Nachts sehe ich seine Augen in meinen Träumen.
Aber heute scheint die Sonne.
Es ist warm.
Ich picke ganz in Ruhe.
Korn für Korn. Gleich laufe ich wieder in den Stall.
Meine Eier brauchen mich.
Ich muss sie warm halten.
Ich freue mich auf die Kleinen.
Auf ganz viel Leben im Stall.
Leben und Liebe.
Schreibe eine Fabel
Die Aufgabe war:
Immer 2 Personen schreiben gemeinsam eine Fabel.
In der Fabel kommen die beiden Tiere der Personen vor.
Christina Möllring und Maria Linkor
Eines Tages ging Rosi, das Einhorn, mal wieder spazieren.
Rosie schaute sich die schönen Blumen an, freute sich über die Sonne und war glücklich. Ganz in Gedanken vertieft lief Rosie durch den Wald und lief und lief und plötzlich waren da keine Bäume mehr.
Huch, sagte Rosie, wo bin ich denn jetzt gelandet. Sie schaute sich um und überall war nur Gras zu sehen. Als sie gerade weitergehen wollte, hörte sie plötzlich ein lautes Pfeifen. Erschrocken blieb sie stehen. Vor ihr stand ein kleines, pelziges Tier auf seinen Hinterbeinen. Es schaute hektisch hin und her und sah ganz wütend aus.
„Wer bist du denn und wo kommst du her? Du gehörst hier doch gar nicht hin?“
Rosie guckte ganz erstaunt, weil das kleine Tier so unhöflich war:
„Ich habe mich wohl verirrt, ich bin immer weitergelaufen, und plötzlich waren keine Bäume mehr da.“
„Ich finde es schön hier bei dir, warum zeigst du mir nicht deine Heimat? Dann essen wir Kuchen zusammen und du zeigst mir den Weg zurück?“
Anne Warmbier und Birgit Mehrmann
Die Meeresschildkröte und der Hase
Die Schildkröte ist zuhause – im Meer.
Im salzigen Wasser schwimmt sie hin und her.
In Kurven und Bahnen, nach oben und nach unten.
Der Hase sitzt am Ufer und beobachtet sie ganz still.
Reglos, denn der Himmel ist frei von Feinden.
Staunend schaut er hinab:
Die Schildkröte ist ja fast so schnell wie ich! Aber da unten!
Er schlägt ein paar Haken, flitzt über das Feld, nach links und rechts und hin und her.
Wieder am Ufer hält er einfach nicht an! Er flitzt über das Wasser, doch dann!
Er sinkt und strampelt und kommt nicht voran.
Die Schildkröte sieht seine Not und bietet sich als Rettungsboot an.
Sie trägt ihn nach oben und sagt:
Ach Hase, hier im Meer, schwimme ich hin und her.
An Land bist du flink und wendig, wie ich im Wasser!
Hier im Meer gehst du unter und an Land muss ich aufpassen, dass ich nicht den Halt verliere – das wäre mein Untergang!
Wir sind nicht zu stoppen, wenn wir im richtigen Element sind.
Du an Land und ich im Wasser.
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