Kategorie: Gedicht

  • Sommer

    Sommer

    Hier findest du Geschichten von unserem ersten Schreib-Treff. Wir nennen den Treff „Co-Cooking“ – auf Deutsch: gemeinsames Kochen.

    Viel Spaß beim Lesen!

    Geschichten aus 5 bis 7 Sommer-Wörtern

    Die Aufgabe war: Schreibt 10 Wörter zum Sommer auf, wählt dann 5 aus – 2 davon von euch selbst.

    Hanna Köhler

    Balkonien

    Hummeln summen am Oregano.
    Kleine Wölkchen,
    fast wie Sommersprossen.
    Lindenduft,
    kein Badesee.
    Aber Bum-Bum Eis und Sommerluft.

    Alexandra Lüthen

    Am 01. Mai ist im Freibad Anbaden.
    Da gehen nur die Rentner hin.
    Eine von den Rentnerinnen ist meine Oma. Die Luzie. Da geht sie ab, die Luzie. Das sagt sie immer von sich selbst. Sie hat eine Dauerkarte. Und von Mai bis Oktober ist sie jeden Tag im Freibad. Mit ihren Rentnerinnen-Freundinnen. Immer am Vormittag. Am Vormittag ist das Freibad fest in Rentner-Hand.

    Aber jetzt, am Nachmittag, im Juli, bleiben die Renter zu Hause. Da gehört das Freibad uns. Den Sommermädchen und den Sprungturm-Jungs. Die Mädchen sind schön und haben Strähnchen. Und wir haben Muskeln. Da haben wir hart für gearbeitet. Strähnchen sind schnell gemacht. Aber Muskeln dauern.

    Der Sprungturm ist unser Treffpunkt. Unten auf dem Beton legen wir unsere Badelaken hin. Wir liegen da nie. Wir stehen.

    Die Mädchen liegen. Auf der Wiese gegenüber dem Sprungturm.

    Alex Dommnich

    Wir schleichen um das Kornfeld. Wir halten uns bei den Johannisbeeren auf. Sie sind saftig. Wir verweilen bei einem Konzert. Die Zikaden sägen ihre Lieder. Doch dann eilen wir zum Bach, wo wir zelten. Denn, mein Sommermädchen, der Sex ruft uns.

    Kathrin Weiß

    Sommer

    Endlich ist Urlaub.
    Endlich ist wieder Familien-Zeit.
    Wir fahren mit unserem Auto durch einige Länder.
    Wir fahren oft über Stock und Stein.
    Wir fahren sogar durch kleine Flüsse.
    Unsere Kinder duften nach Sonnencreme.
    Wir lieben diesen Sommerduft!
    Wir bauen.
    Wir bauen das Zelt auf.
    Wir bauen Stein-Trolle am Fluss.
    Wir bauen Kleckerburgen am Meer.
    Wir kochen und essen in der Natur.
    Wir hören nachts die Rufe der Zwerg-Ohr-Eule.
    Und jetzt?
    Jetzt sind wir wieder Zuhause.
    Wir bauen immer noch.
    Auf dem Matschspielplatz.
    Wir essen Wassermelone.
    Wir machen Ausflüge.
    Und wir denken an den nächsten Urlaub.
    Bald ist wieder Sommer!

    Monika Ehrenreich

    Das Gewitter ist vorbei. Der Sommerregen auch. Ein Junikäfer kommt unter den Brombeerblättern hervor. Der Käfer krabbelt mit nackten Beinchen über den nassen Boden. Er löscht seinen Durst an den Tropfen auf einem Blatt.

    Helga Mock

    Ich sitze im Schatten.
    Vor mir ein großes Stück Wassermelone.
    Ich mache meinen Mund ganz weit auf und beiße genüsslich in die Wassermelone.
    Etwas vom Saft tropft auf mein Kleid.
    Die Melone schmeckt wunderbar süß.
    Ich zerdrücke die Kerne zwischen Zunge und Zähnen.
    Auch beim zweiten Biss in die Melone ist wieder supergut.
    Und wieder teile ich die Melone mit meinem Kleid.
    Vielleicht ziehe ich mein Kleid besser aus.
    Jetzt sitze ich nackt im Schatten.
    Den nächsten Bissen esse ich nackt.
    Noch besser.
    Und kein einziges Stückchen landet auf mir.

    Silvana Pasquavaglio

    Meine liebste Jahreszeit

    Ich liebe den Sommer.
    Sommer ist Sonne.
    Und Sommer ist Duft.
    Ich liebe den Duft von Sonnencreme.
    Und den Duft beim Grillen.
    Auch wenn ich kein Fleisch esse.
    Ich liebe das Meer.
    Und Pommes am Strand.
    Den Sand in den Pommes mag ich nicht.
    Aber die Sommernächte.
    Ganz warm.
    Und das Kornfeld.
    Es bewegt sich leise im Wind.

    Christina Möllring

    Im Sommer fahre ich gerne nach Dänemark. Mein Mann und ich fahren mit unserem Auto und unserem kleinen Wohnwagen los. Am liebsten sind wir auf einem Campingplatz an der Westküste von Dänemark. Der Platz ist ganz nah an der Ostsee. Meistens scheint die Sonne. Wir kaufen uns dann oft eine Portion Pommes am Kiosk und gehen an den Strand. Dann essen wir Pommes mit Sand am Strand.

    Frauke Jessen-Narr

    Ich packe den Sommer in meine Hängematte.
    Ich fülle sie mit Sonne und Melonen,
    mit warmem Regen und Badeseegeräuschen.
    Ich polstere sie mit Wölkchen aus – ach, wie weich.
    Dann klettere ich hinein und lausche und fühle und schmecke.
    Werde nass und  wieder trocken.
    Bin ein Vitamin D-Kraftwerk.
    Hin und wieder mache ich ein kleines Nickcherchen.
    Mein Sommer in der Hängematte ist wunderschön!

    Bianca Körner

    Ich mag den Sommer.
    Im Sommer ist vieles toll.
    Im Sommer ist manches auch nicht toll.
    Ich mag die Sonne.
    Ich mag nicht schwitzen.
    Ich gehe gern ins Freibad.
    Im Sommer gehen viele Menschen ins Freibad.
    Dann ist das Freibad voll.
    Das mag ich nicht.
    Ich liebe Bum Bum Eis.
    Wenn ich es esse, kleben
    meine Finger.

    Ein Foto in Worten

    Die zweite Aufgabe war: „Beschreibe dieses Foto“.

    Christiane Biller-Pech

    Oh, du schöne Sommerzeit. Wenn man den Farbfilm vergessen hat… Der Kaffee ist sowieso schon kalt. Langweiliger kalter Kaffee. Ich erinnere mich dunkel. Aber nicht so dunkel. Hell ist der Blitz. Der Blitz von der Kamera oder der Geistesblitz? Der Sommer war träge. TRÄGE ist eine schweres Wort. Kommt wohl von Tragen. Ich trage meine Erinnerungen mit mir.

    Kathrin Weiß

    Nur wegen der Mücken

    Seht ihr das Paar auf dem Foto?
    Das sind meine Eltern.
    Meine Eltern machen Urlaub mit dem Motorrad.
    Meine Eltern zelten an einem See in Mecklenburg.
    Ich verrate euch ein Geheimnis:
    Meine Eltern sind nur Gäste dort.
    Der See gehört den Mücken!
    Meine Eltern sind oft schwimmen.
    Denn im Wasser stechen die Mücken nicht.
    Sonst sind sie nur zum Kochen und Essen vorm Zelt.
    Und sonst oft lange im Zelt.
    Wisst ihr warum?
    Wegen der Mücken.
    Ich verrate euch noch etwas:
    Meine Eltern waren nur drei Tage dort.
    Danach kamen sie wieder nach Hause.
    Meine Eltern holten mich von meinen Großeltern ab.
    Es war so schön bei meinen Großeltern.
    Ich wäre gern länger geblieben.
    Ich verrate euch noch ein Geheimnis:
    40 Wochen später wurde ich großer Bruder.
    Ihr wisst warum.
    Wegen der Mücken!

    Anne Warmbier

    Irmi und Herbert sind froh. Endlich Ruhe!
    Endlich weg von all dem Lärm.
    Alles ist wunderbar glatt gelaufen.
    Sogar der Selbstauslöser vom Fotoapparat funktioniert.
    Sie können nicht glauben, dass alles geklappt hat.
    Die Nachbarin kümmert sich um die Kinder.
    Der Hund ist bei ihrem Freund Jupp.
    Das Gepäck hat irgendwie auf das Motorrad gepasst.
    Und sie beide auch!
    Nichts haben sie vergessen.
    Auf dem Rückweg wird das Gepäck leichter sein.

    Nun haben sie Zeit für sich.
    Genießen das sanfte Rascheln der Büsche.
    Und die warme Sonne auf der Haut.
    Sie können frei entscheiden, was sie als nächstes machen.
    Sie haben hart gearbeitet für diese Ruhe.
    Und eine harte Aufgabe erledigt.

    Jetzt genießen sie den Kaffee und die Suppe.
    Die haben sie sich verdient! Köstlich und stärkend!
    Die Grillen singen und die Mücken fliegen ihnen um den Kopf.
    Es wird immer wärmer.
    Aber in den See werden sie nicht springen.
    Der See hat jetzt ein Geheimnis.

    Sie haben es für ihr Viertel getan.
    Für den Frieden in der Nachbarschaft.
    Sie haben es geschafft, zusammen!
    Und jetzt sind sie ihn ein für alle Mal los, den Ede von gegenüber.
    Der kann niemandem mehr was tun, der fiese Ede.
    Aber in den See springen wollen sie nicht mehr.

    Alexandra Lüthen

     “Richtig geile Maschine!”, hat der Börni immer gesagt, wenn einer von uns ne Neue am Start hatte, “Richtig geiles Gerät!”

    Und ich weiß, er meint das auch so. Börni ist korrekt. Wenn er was gut findet, dann sagt er es auch so. Neid gibt´s bei Börni nicht. Obwohl Börni selber nur ne alte Möhre fährt. Selber zusammengeschraubt natürlich. Nicht mal den Auspuff angebohrt. Börni hat Lärm nicht nötig. Der juckelt auf seiner Jutta durch die Landschaft. Da sind alle anderen längst schon am See. 

    Macht nüscht, sagt Börni. Bis ich komme, habt ihr das Zelt schon aufgebaut und das Bier steht kalt im Wasser. Ich komme immer genau richtig.

    Jetzt aber ist dem Börni was passiert. Ne echte Jutta. Die stand da am Straßenrand, als er uns hinterhergefahren ist. Ganz alleene. Mitten in det janze Grünzeug. Hat der Börni gesagt. Da konnte er sie schlecht stehen lassen. Hat erstmal angehalten. Wobei ne Lady alleine an der Straße, das verheißt nichts Gutes. Kennt man ja.
    Wer biste denn? Was machste da?, hatte er sie gefragt.

    Und sie fängt dann so an mit der Heulerei.

    Jutta, sagt sie. Bin ausgestiegen bei dem Arschloch. Dann lauf ich eben nach Görlitz. Sind ja nur 20 Kilometer. Mir doch egal.

    Naja, der Börni hat ein weiches Herz. Und das ist sein Problem mit den Frauen. Der glaubt denen erstmal immer alles. Dass der Typ von der Jutta ein Arschloch war, das ist ja nicht gesagt. Aber der Börni ist natürlich voll drauf eingestiegen. Aha, aha, verstehe. Nee, bis nach Görlitz willste laufen. Das geht doch nicht. Schon gar nicht mit den Schuhen. Komm, ich fahr dich. Muss nur eben noch bei den Kumpels am See vorbei. Bescheid sagen.
    Und sie dann gleich: Nee, ich muss aber jetzt nach Görlitz.

    Hattense schon die erste Diskussion. Hat er sich aber durchgesetzt.
    Und dann saß da seine Jutta vorm Zelt. Viel zu schnieke, nur am Maulen.

    Und da haben wir das Foto gemacht. Kriegt er jetzt von uns geschenkt. Im Stacheldrahtrahmen zur Silberhochzeit. Bisschen Spaß muss sein.

    Alex Dommnich

    Das Zelt steht am Wald. Wir wollen kein Zelt. Alles, was wir jetzt brauchen, holen wir aus dem Zelt heraus. Viel brauchen wir nicht. Die Sonne reicht uns fast. Mama sagt: Sonnencreme brauchen wir. Na gut. Den Ball holen wir raus. Die Badehose holen wir raus. Die Flasche holen wir raus. Später holen wir noch die Schokolade raus. Das hätten wir mal früher tun sollen. Jetzt ist die Schokolade fast flüssig. Das nichtsnutzige Zelt ist so heiß geworden.

    Die Sonne steht hoch. Die Sonne wandert. Wir springen, baden, faulenzen, lachen. Mama macht schon mal den Grill an. Bald gibt es Abendessen. Das Zelt steht herum wie so ein toter Baum. Wir machen Salat aus vier Zutaten. Fein schmeckt es. Dann gehen wir noch mal ins Wasser.

    Aus dem Wald kommt schon die Dunkelheit. Der Grill ist aus. Die Sonne ist auch aus. Wir frösteln. Wir sehen nicht, was da vielleicht noch aus dem Wald kommt. Wir legen uns ins Zelt. Schön ist das Zelt jetzt.

    Bianca Körner

    Ich war noch nie zelten. Ich stelle mir Zelten schön vor. Den ganzen Tag ist man draußen. Morgens scheint die Sonne ins Zelt. Die warmen und hellen Strahlen wecken mich. Ich öffne das Zelt und stelle meine nackten Füße ins Gras. Das fühlt sich gut an. Das Essen beim Zelten ist ganz anders als zu Hause. Man kann grillen oder mit einem Camping-Kocher kochen. Ein Camping-Kocher ist eine Küche für draußen. So hat es Papa mir erklärt. Alles übers Zelten weiß ich von Papa. Papa war schon oft zelten. Es gibt ein Foto. Auf dem Foto sieht man Mama und Papa zelten. Immer wenn ich das Foto sehe, will ich auch zelten. Aber Mama und Papa wollen nicht mehr zelten. Sie wollen lieber Urlaub im Hotel machen. Im Hotel müssen sie nicht selbst kochen. Da müssen
    sie auch nicht den ganzen Tag draußen sein. Auf dem Foto steht neben dem Zelt ein Motorrad. Auch mit dem Motorrad fahren stelle ich mir schön vor. Ich habe Papa gefragt, ob wir wenigstens mit dem Motorrad ins Hotel fahren können. Aber Papa sagt, wir passen nicht zu dritt aufs Motorrad.

    Co-Cooking 15. Juli 10:00-12:00 Uhr Literaturküche – Experimentierraum für inklusive Literatur. 3 Kochlöffel

    Sommer

    Hier findest du Geschichten von unserem ersten Schreib-Treff. Wir nennen den Treff „Co-Cooking“ – auf Deutsch: gemeinsames Kochen. Viel Spaß …