Texte aus der Küche

Die Texte gehören verschiedenen Autor*innen.
Der Name steht immer über dem Text.
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  • Tiere und Fabeln

    Hier findest du Geschichten von unserem Schreib-Treff. Wir nennen den Treff „Co-Cooking“ – auf Deutsch: gemeinsames Kochen.

    Am 27. Januar 2026 war das Thema: „Tiere und Fabeln“.

    Welches Tier bist du?

    Die Aufgabe war:
    Beschreibe:
    Welches Tier bist du heute?
    Und wie ist dieses Tier?

    Inga Schiffler

    Ich bin das Huhn.
    Man sagt:
    Ich bin hektisch.
    Aber das stimmt nicht.
    Es gibt ganz einfach viel zu tun.
    Ich muss noch so viele Körner picken.
    Der ganze Hof ist voll.
    Da darf man nicht mit warten.
    Das ist wichtig im Leben.
    Sonst fehlt die Kraft zum Brüten.
    Meine Eier brauchen mich.

    Ich habe große Angst vorm Habicht.
    Denn der Habicht will mich fressen.
    Dieser große Raubvogel.
    Mit seinen scharfen Krallen.
    Letzten Sommer hat der Habicht meine liebe Freundin Eli erwischt.
    Seitdem habe ich Angst.

    Eli hat ganz friedlich Körner gepickt.
    Plötzlich ist der Habicht vom Himmel gestürzt.
    Aus dem Nichts.
    Seine Krallen haben sich in Eli gebohrt.
    Ich habe das Knacken ihrer Knochen gehört.
    Sie ist langsam gestorben.
    Es war so schrecklich.
    Ich wollte wegschauen.
    Aber ich konnte nicht.

    Der Habicht hat gewartet.
    Mit viel Geduld.
    Er hat uns andere Hühner angestarrt.
    Mit seinen kalten Augen.
    Bis Eli endlich tot war.
    Ich kann das nicht vergessen.
    Nachts sehe ich seine Augen in meinen Träumen.

    Aber heute scheint die Sonne.
    Es ist warm.
    Ich picke ganz in Ruhe.
    Korn für Korn. Gleich laufe ich wieder in den Stall.
    Meine Eier brauchen mich.
    Ich muss sie warm halten.
    Ich freue mich auf die Kleinen.
    Auf ganz viel Leben im Stall.
    Leben und Liebe.

    Schreibe eine Fabel

    Die Aufgabe war:
    Immer 2 Personen schreiben gemeinsam eine Fabel.
    In der Fabel kommen die beiden Tiere der Personen vor.

    Christina Möllring und Maria Linkor

    Eines Tages ging Rosi, das Einhorn, mal wieder spazieren.
    Rosie schaute sich die schönen Blumen an, freute sich über die Sonne und war glücklich. Ganz in Gedanken vertieft lief Rosie durch den Wald und lief und lief und plötzlich waren da keine Bäume mehr.
    Huch, sagte Rosie, wo bin ich denn jetzt gelandet. Sie schaute sich um und überall war nur Gras zu sehen. Als sie gerade weitergehen wollte, hörte sie plötzlich ein lautes Pfeifen. Erschrocken blieb sie stehen. Vor ihr stand ein kleines, pelziges Tier auf seinen Hinterbeinen. Es schaute hektisch hin und her und sah ganz wütend aus.

    „Wer bist du denn und wo kommst du her? Du gehörst hier doch gar nicht hin?“

    Rosie guckte ganz erstaunt, weil das kleine Tier so unhöflich war:

    „Ich habe mich wohl verirrt, ich bin immer weitergelaufen, und plötzlich waren keine Bäume mehr da.“

    „Ich finde es schön hier bei dir, warum zeigst du mir nicht deine Heimat? Dann essen wir Kuchen zusammen und du zeigst mir den Weg zurück?“

    Anne Warmbier und Birgit Mehrmann

    Die Meeresschildkröte und der Hase

    Die Schildkröte ist zuhause – im Meer.
    Im salzigen Wasser schwimmt sie hin und her.
    In Kurven und Bahnen, nach oben und nach unten.
    Der Hase sitzt am Ufer und beobachtet sie ganz still.
    Reglos, denn der Himmel ist frei von Feinden.
    Staunend schaut er hinab:
    Die Schildkröte ist ja fast so schnell wie ich! Aber da unten!
    Er schlägt ein paar Haken, flitzt über das Feld, nach links und rechts und hin und her.
    Wieder am Ufer hält er einfach nicht an! Er flitzt über das Wasser, doch dann!
    Er sinkt und strampelt und kommt nicht voran.
    Die Schildkröte sieht seine Not und bietet sich als Rettungsboot an.
    Sie trägt ihn nach oben und sagt:
    Ach Hase, hier im Meer, schwimme ich hin und her.
    An Land bist du flink und wendig, wie ich im Wasser!
    Hier im Meer gehst du unter und an Land muss ich aufpassen, dass ich nicht den Halt verliere – das wäre mein Untergang!
    Wir sind nicht zu stoppen, wenn wir im richtigen Element sind.
    Du an Land und ich im Wasser.



  • Die Nudel

    Hier findest du Geschichten von unserem zweiten Schreib-Treff. Wir nennen den Treff „Co-Cooking“ – auf Deutsch: gemeinsames Kochen.

    Schreibe eine Geschichte zu einem Satz

    Die Aufgabe war:
    Schreibe eine Geschichte zu diesem Satz:
    Niemand kocht in diesem Haus, und doch riecht es nach Pasta.

    Julia Heinecke

    Das ist seltsam.
    Es ist 9 Uhr morgens.
    Ich gehe durchs Treppenhaus.
    Alle im Haus sind schon zur Arbeit gegangen.
    Das weiß ich ganz sicher.
    Niemand kocht in diesem Haus, und doch riecht es nach Pasta.
    Ich gehe vom 4. Stock hinunter zum Ausgang.
    Mir gegenüber wohnt Niko.
    Er kocht nie. Das weiß ich genau.
    Im dritten Stock wohnt Familie Müller.
    Sie sind zu viert: Mutter, Vater und die Kinder Leo und Lina.
    Leo und Lina sind in der Schule. Ihre Eltern sind bei der Arbeit.
    Gegenüber von Familie Müller wohnt Frau Rose.
    Frau Rose ist schon 90 Jahre alt.
    Sie verlässt nie das Haus.
    Sie bekommt das Essen vom Lieferdienst.
    Und der Lieferdienst kommt erst um 12.
    Im zweiten Stock wohnt eine WG.
    Das ist eine Wohngemeinschaft aus drei Frauen und zwei Männern.
    Alle studieren an der Universität.
    Sie essen dort in der Mensa, dem Restaurant der Universität.
    Jetzt sind sie wahrscheinlich noch nicht mal aufgestanden.
    Im ersten Stock wohnt das Ehepaar Bulut.
    Frau Bulut kocht sehr oft. Aber niemals Pasta.
    Im ersten Stock wohnt auch Herr Meier.
    Herr Meier ist fast so alt wie Frau Rose.
    Er hat das Kochen nie gelernt.
    Denn immer hat seine Frau gekocht.
    Sie ist letztes Jahr gestorben.
    Seitdem bringt der Lieferdienst auch Herrn Meier das Mittagessen.
    Die Wohnung links im Erdgeschoss steht gerade leer.
    Die neuen Bewohner ziehen erst noch ein.
    Rechts im Erdgeschoss wohnen zwei Frauen.
    Sie sind gerade im Urlaub.
    Niemand kocht in diesem Haus, und doch riecht es nach Pasta.
    Ich denke an gestern Abend zurück.
    Da hat Tobi mich besucht.
    Wir haben zusammen gekocht.
    Nudeln.
    Mit Zitronensoße, Sahne, Thymian und Parmesan-Käse.
    Tobi hat eine Flasche Wein mitgebracht.
    Das Essen hat sehr gut geschmeckt.
    Der Wein war sehr lecker.
    Wir haben Musik gehört und uns unterhalten.
    Und dann ist Tobi gegangen.
    Weil er früh aufstehen musste heute Morgen.
    Aber heute Abend, da sehen wir uns wieder.

    Caterina Mempel

    Das ist ein Haus.
    Die Tür ist auf.
    In diesem Haus riecht es nach Pasta.
    Es riecht nach Tomatensauce und Nudeln.
    Lecker.
    Aber …
    Niemand kocht in diesem Haus.
    Schwamm. Samm.
    Samm. Schwamm.
    Eine Pilzsuppe.
    Eine Suppe aus Pilzen.
    Lecker.
    Niemand kocht eine Pilzsuppe.
    Und doch riecht es nach Pasta.

    Frauke Jessen-Narr

    Wir sind in ein altes Haus gezogen.
    Früher hat Inka hier gewohnt.
    Inka hatte 3 Katzen.
    Die Katzen wohnen immer noch im Haus.
    Aber Inka ist im letzten Jahr gestorben.

    Jetzt wohnen wir hier
    und fast nichts erinnert mehr an Inka.
    Nur die Katzen und eine alte Fußmatte.
    Und der Geruch nach Nudeln.
    Inka liebte Nudeln.
    Es riecht immer nach Nudeln in diesem Haus,
    auch wenn niemand kocht.
    Aber warum?

    Den Grund kann man in Inkas alter Küche entdecken.
    An der Küchenwand kann man Spuren von Spaghetti sehen.
    Inka hat die Spaghetti immer an die Wand geworfen.
    Sie hat so geprüft:
    Sind die Nudeln gar?

    Die Prüfung geht so:
    Die Nudel fällt herunter? Dann müssen die Nudeln noch länger kochen.
    Die Nudel klebt fest? Dann sind die Nudeln fertig.
    Der Geruch von den Prüf·nudeln ist in der Küche hängen geblieben.
    Wie Inkas Spaghetti an der Wand.

    Demnächst streichen wir die Küche.
    Dann riecht es im Haus nicht mehr nach Nudeln.
    An Inka erinnern dann nur noch die 3 Katzen und die alte Fußmatte.

    Rico, Oscar und die Tieferschatten

    Die Aufgabe war:
    Vereinfache den Anfang von dem Buch „Rico, Oscar und die Tieferschatten“.

    Möchtest du den Original-Text lesen?
    Hier kommst du zur Leseprobe von „Rico, Oscar und die Tieferschatten“.

    Frauke Jessen-Narr

    Die Nudel liegt auf dem Gehweg.
    Direkt vor der Haustür.
    Na sowas!

    Ich schaue mir die Nudel genau an.
    Sie ist dick und geriffelt.
    Sie hat ein Loch von vorne bis hinten.
    Es klebt etwas getrocknete Käsesoße daran.
    Und ein bisschen Dreck.

    Es ist wichtig genau hinzuschauen.
    Und zu beobachten.
    Zumindest, wenn man ein Detektiv ist.
    So wie ich.

    Ich überlege:
    Woher kommt die Nudel?
    Hast sie jemand aus einem Flugzeug geworfen?
    Quatsch!
    Man kann die Fenster im Flugzeug nicht aufmachen.
    Also kann man auch nichts hinauswerfen.

    Es ist wichtig genau zu überlegen.
    Zumindest, wenn man ein Detektiv ist wie ich.
    Ich überlege also weiter:
    Vielleicht hat jemand die Nudel aus dem Fenster geworfen?
    Aber wer macht so etwas?
    Vielleicht Frau Dahling!
    Frau Dahling wohnt im 3. Stock.
    Sie hat im letzten Winter ihren Fernseher aus dem Fenster geworfen.
    Vielleicht wirft sie auch noch andere Dinge aus dem Fenster.
    Nudeln mit Käsesoße zum Beispiel.

    Ich muss Frau Dahling befragen.
    Das machen Detektive wie ich so.
    Sie fragen die richtigen Leute.
    So lösen sie Rätsel.

  • Sommer

    Sommer

    Hier findest du Geschichten von unserem ersten Schreib-Treff. Wir nennen den Treff „Co-Cooking“ – auf Deutsch: gemeinsames Kochen.

    Viel Spaß beim Lesen!

    Geschichten aus 5 bis 7 Sommer-Wörtern

    Die Aufgabe war: Schreibt 10 Wörter zum Sommer auf, wählt dann 5 aus – 2 davon von euch selbst.

    Hanna Köhler

    Balkonien

    Hummeln summen am Oregano.
    Kleine Wölkchen,
    fast wie Sommersprossen.
    Lindenduft,
    kein Badesee.
    Aber Bum-Bum Eis und Sommerluft.

    Alexandra Lüthen

    Am 01. Mai ist im Freibad Anbaden.
    Da gehen nur die Rentner hin.
    Eine von den Rentnerinnen ist meine Oma. Die Luzie. Da geht sie ab, die Luzie. Das sagt sie immer von sich selbst. Sie hat eine Dauerkarte. Und von Mai bis Oktober ist sie jeden Tag im Freibad. Mit ihren Rentnerinnen-Freundinnen. Immer am Vormittag. Am Vormittag ist das Freibad fest in Rentner-Hand.

    Aber jetzt, am Nachmittag, im Juli, bleiben die Renter zu Hause. Da gehört das Freibad uns. Den Sommermädchen und den Sprungturm-Jungs. Die Mädchen sind schön und haben Strähnchen. Und wir haben Muskeln. Da haben wir hart für gearbeitet. Strähnchen sind schnell gemacht. Aber Muskeln dauern.

    Der Sprungturm ist unser Treffpunkt. Unten auf dem Beton legen wir unsere Badelaken hin. Wir liegen da nie. Wir stehen.

    Die Mädchen liegen. Auf der Wiese gegenüber dem Sprungturm.

    Alex Dommnich

    Wir schleichen um das Kornfeld. Wir halten uns bei den Johannisbeeren auf. Sie sind saftig. Wir verweilen bei einem Konzert. Die Zikaden sägen ihre Lieder. Doch dann eilen wir zum Bach, wo wir zelten. Denn, mein Sommermädchen, der Sex ruft uns.

    Kathrin Weiß

    Sommer

    Endlich ist Urlaub.
    Endlich ist wieder Familien-Zeit.
    Wir fahren mit unserem Auto durch einige Länder.
    Wir fahren oft über Stock und Stein.
    Wir fahren sogar durch kleine Flüsse.
    Unsere Kinder duften nach Sonnencreme.
    Wir lieben diesen Sommerduft!
    Wir bauen.
    Wir bauen das Zelt auf.
    Wir bauen Stein-Trolle am Fluss.
    Wir bauen Kleckerburgen am Meer.
    Wir kochen und essen in der Natur.
    Wir hören nachts die Rufe der Zwerg-Ohr-Eule.
    Und jetzt?
    Jetzt sind wir wieder Zuhause.
    Wir bauen immer noch.
    Auf dem Matschspielplatz.
    Wir essen Wassermelone.
    Wir machen Ausflüge.
    Und wir denken an den nächsten Urlaub.
    Bald ist wieder Sommer!

    Monika Ehrenreich

    Das Gewitter ist vorbei. Der Sommerregen auch. Ein Junikäfer kommt unter den Brombeerblättern hervor. Der Käfer krabbelt mit nackten Beinchen über den nassen Boden. Er löscht seinen Durst an den Tropfen auf einem Blatt.

    Helga Mock

    Ich sitze im Schatten.
    Vor mir ein großes Stück Wassermelone.
    Ich mache meinen Mund ganz weit auf und beiße genüsslich in die Wassermelone.
    Etwas vom Saft tropft auf mein Kleid.
    Die Melone schmeckt wunderbar süß.
    Ich zerdrücke die Kerne zwischen Zunge und Zähnen.
    Auch beim zweiten Biss in die Melone ist wieder supergut.
    Und wieder teile ich die Melone mit meinem Kleid.
    Vielleicht ziehe ich mein Kleid besser aus.
    Jetzt sitze ich nackt im Schatten.
    Den nächsten Bissen esse ich nackt.
    Noch besser.
    Und kein einziges Stückchen landet auf mir.

    Silvana Pasquavaglio

    Meine liebste Jahreszeit

    Ich liebe den Sommer.
    Sommer ist Sonne.
    Und Sommer ist Duft.
    Ich liebe den Duft von Sonnencreme.
    Und den Duft beim Grillen.
    Auch wenn ich kein Fleisch esse.
    Ich liebe das Meer.
    Und Pommes am Strand.
    Den Sand in den Pommes mag ich nicht.
    Aber die Sommernächte.
    Ganz warm.
    Und das Kornfeld.
    Es bewegt sich leise im Wind.

    Christina Möllring

    Im Sommer fahre ich gerne nach Dänemark. Mein Mann und ich fahren mit unserem Auto und unserem kleinen Wohnwagen los. Am liebsten sind wir auf einem Campingplatz an der Westküste von Dänemark. Der Platz ist ganz nah an der Ostsee. Meistens scheint die Sonne. Wir kaufen uns dann oft eine Portion Pommes am Kiosk und gehen an den Strand. Dann essen wir Pommes mit Sand am Strand.

    Frauke Jessen-Narr

    Ich packe den Sommer in meine Hängematte.
    Ich fülle sie mit Sonne und Melonen,
    mit warmem Regen und Badeseegeräuschen.
    Ich polstere sie mit Wölkchen aus – ach, wie weich.
    Dann klettere ich hinein und lausche und fühle und schmecke.
    Werde nass und  wieder trocken.
    Bin ein Vitamin D-Kraftwerk.
    Hin und wieder mache ich ein kleines Nickcherchen.
    Mein Sommer in der Hängematte ist wunderschön!

    Bianca Körner

    Ich mag den Sommer.
    Im Sommer ist vieles toll.
    Im Sommer ist manches auch nicht toll.
    Ich mag die Sonne.
    Ich mag nicht schwitzen.
    Ich gehe gern ins Freibad.
    Im Sommer gehen viele Menschen ins Freibad.
    Dann ist das Freibad voll.
    Das mag ich nicht.
    Ich liebe Bum Bum Eis.
    Wenn ich es esse, kleben
    meine Finger.

    Ein Foto in Worten

    Die zweite Aufgabe war: „Beschreibe dieses Foto“.

    Christiane Biller-Pech

    Oh, du schöne Sommerzeit. Wenn man den Farbfilm vergessen hat… Der Kaffee ist sowieso schon kalt. Langweiliger kalter Kaffee. Ich erinnere mich dunkel. Aber nicht so dunkel. Hell ist der Blitz. Der Blitz von der Kamera oder der Geistesblitz? Der Sommer war träge. TRÄGE ist eine schweres Wort. Kommt wohl von Tragen. Ich trage meine Erinnerungen mit mir.

    Kathrin Weiß

    Nur wegen der Mücken

    Seht ihr das Paar auf dem Foto?
    Das sind meine Eltern.
    Meine Eltern machen Urlaub mit dem Motorrad.
    Meine Eltern zelten an einem See in Mecklenburg.
    Ich verrate euch ein Geheimnis:
    Meine Eltern sind nur Gäste dort.
    Der See gehört den Mücken!
    Meine Eltern sind oft schwimmen.
    Denn im Wasser stechen die Mücken nicht.
    Sonst sind sie nur zum Kochen und Essen vorm Zelt.
    Und sonst oft lange im Zelt.
    Wisst ihr warum?
    Wegen der Mücken.
    Ich verrate euch noch etwas:
    Meine Eltern waren nur drei Tage dort.
    Danach kamen sie wieder nach Hause.
    Meine Eltern holten mich von meinen Großeltern ab.
    Es war so schön bei meinen Großeltern.
    Ich wäre gern länger geblieben.
    Ich verrate euch noch ein Geheimnis:
    40 Wochen später wurde ich großer Bruder.
    Ihr wisst warum.
    Wegen der Mücken!

    Anne Warmbier

    Irmi und Herbert sind froh. Endlich Ruhe!
    Endlich weg von all dem Lärm.
    Alles ist wunderbar glatt gelaufen.
    Sogar der Selbstauslöser vom Fotoapparat funktioniert.
    Sie können nicht glauben, dass alles geklappt hat.
    Die Nachbarin kümmert sich um die Kinder.
    Der Hund ist bei ihrem Freund Jupp.
    Das Gepäck hat irgendwie auf das Motorrad gepasst.
    Und sie beide auch!
    Nichts haben sie vergessen.
    Auf dem Rückweg wird das Gepäck leichter sein.

    Nun haben sie Zeit für sich.
    Genießen das sanfte Rascheln der Büsche.
    Und die warme Sonne auf der Haut.
    Sie können frei entscheiden, was sie als nächstes machen.
    Sie haben hart gearbeitet für diese Ruhe.
    Und eine harte Aufgabe erledigt.

    Jetzt genießen sie den Kaffee und die Suppe.
    Die haben sie sich verdient! Köstlich und stärkend!
    Die Grillen singen und die Mücken fliegen ihnen um den Kopf.
    Es wird immer wärmer.
    Aber in den See werden sie nicht springen.
    Der See hat jetzt ein Geheimnis.

    Sie haben es für ihr Viertel getan.
    Für den Frieden in der Nachbarschaft.
    Sie haben es geschafft, zusammen!
    Und jetzt sind sie ihn ein für alle Mal los, den Ede von gegenüber.
    Der kann niemandem mehr was tun, der fiese Ede.
    Aber in den See springen wollen sie nicht mehr.

    Alexandra Lüthen

     “Richtig geile Maschine!”, hat der Börni immer gesagt, wenn einer von uns ne Neue am Start hatte, “Richtig geiles Gerät!”

    Und ich weiß, er meint das auch so. Börni ist korrekt. Wenn er was gut findet, dann sagt er es auch so. Neid gibt´s bei Börni nicht. Obwohl Börni selber nur ne alte Möhre fährt. Selber zusammengeschraubt natürlich. Nicht mal den Auspuff angebohrt. Börni hat Lärm nicht nötig. Der juckelt auf seiner Jutta durch die Landschaft. Da sind alle anderen längst schon am See. 

    Macht nüscht, sagt Börni. Bis ich komme, habt ihr das Zelt schon aufgebaut und das Bier steht kalt im Wasser. Ich komme immer genau richtig.

    Jetzt aber ist dem Börni was passiert. Ne echte Jutta. Die stand da am Straßenrand, als er uns hinterhergefahren ist. Ganz alleene. Mitten in det janze Grünzeug. Hat der Börni gesagt. Da konnte er sie schlecht stehen lassen. Hat erstmal angehalten. Wobei ne Lady alleine an der Straße, das verheißt nichts Gutes. Kennt man ja.
    Wer biste denn? Was machste da?, hatte er sie gefragt.

    Und sie fängt dann so an mit der Heulerei.

    Jutta, sagt sie. Bin ausgestiegen bei dem Arschloch. Dann lauf ich eben nach Görlitz. Sind ja nur 20 Kilometer. Mir doch egal.

    Naja, der Börni hat ein weiches Herz. Und das ist sein Problem mit den Frauen. Der glaubt denen erstmal immer alles. Dass der Typ von der Jutta ein Arschloch war, das ist ja nicht gesagt. Aber der Börni ist natürlich voll drauf eingestiegen. Aha, aha, verstehe. Nee, bis nach Görlitz willste laufen. Das geht doch nicht. Schon gar nicht mit den Schuhen. Komm, ich fahr dich. Muss nur eben noch bei den Kumpels am See vorbei. Bescheid sagen.
    Und sie dann gleich: Nee, ich muss aber jetzt nach Görlitz.

    Hattense schon die erste Diskussion. Hat er sich aber durchgesetzt.
    Und dann saß da seine Jutta vorm Zelt. Viel zu schnieke, nur am Maulen.

    Und da haben wir das Foto gemacht. Kriegt er jetzt von uns geschenkt. Im Stacheldrahtrahmen zur Silberhochzeit. Bisschen Spaß muss sein.

    Alex Dommnich

    Das Zelt steht am Wald. Wir wollen kein Zelt. Alles, was wir jetzt brauchen, holen wir aus dem Zelt heraus. Viel brauchen wir nicht. Die Sonne reicht uns fast. Mama sagt: Sonnencreme brauchen wir. Na gut. Den Ball holen wir raus. Die Badehose holen wir raus. Die Flasche holen wir raus. Später holen wir noch die Schokolade raus. Das hätten wir mal früher tun sollen. Jetzt ist die Schokolade fast flüssig. Das nichtsnutzige Zelt ist so heiß geworden.

    Die Sonne steht hoch. Die Sonne wandert. Wir springen, baden, faulenzen, lachen. Mama macht schon mal den Grill an. Bald gibt es Abendessen. Das Zelt steht herum wie so ein toter Baum. Wir machen Salat aus vier Zutaten. Fein schmeckt es. Dann gehen wir noch mal ins Wasser.

    Aus dem Wald kommt schon die Dunkelheit. Der Grill ist aus. Die Sonne ist auch aus. Wir frösteln. Wir sehen nicht, was da vielleicht noch aus dem Wald kommt. Wir legen uns ins Zelt. Schön ist das Zelt jetzt.

    Bianca Körner

    Ich war noch nie zelten. Ich stelle mir Zelten schön vor. Den ganzen Tag ist man draußen. Morgens scheint die Sonne ins Zelt. Die warmen und hellen Strahlen wecken mich. Ich öffne das Zelt und stelle meine nackten Füße ins Gras. Das fühlt sich gut an. Das Essen beim Zelten ist ganz anders als zu Hause. Man kann grillen oder mit einem Camping-Kocher kochen. Ein Camping-Kocher ist eine Küche für draußen. So hat es Papa mir erklärt. Alles übers Zelten weiß ich von Papa. Papa war schon oft zelten. Es gibt ein Foto. Auf dem Foto sieht man Mama und Papa zelten. Immer wenn ich das Foto sehe, will ich auch zelten. Aber Mama und Papa wollen nicht mehr zelten. Sie wollen lieber Urlaub im Hotel machen. Im Hotel müssen sie nicht selbst kochen. Da müssen
    sie auch nicht den ganzen Tag draußen sein. Auf dem Foto steht neben dem Zelt ein Motorrad. Auch mit dem Motorrad fahren stelle ich mir schön vor. Ich habe Papa gefragt, ob wir wenigstens mit dem Motorrad ins Hotel fahren können. Aber Papa sagt, wir passen nicht zu dritt aufs Motorrad.